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Informationen und Beratung zur
schizoiden Persönlichkeitsstörung

Partnerschaft/ Beziehung/ Liebe und schizoide Persönlichkeitsstörung


Einige Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung haben unerfüllte Beziehungswünsche, andere führen eine Partnerschaft. Beides kann problematisch sein.

Bei Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung kann man in Sachen Partnerschaft und Beziehung zwei Tendenzen unterscheiden:

Betroffene ohne bzw. mit bisher wenigen Beziehungen

Die Symptome der schizoiden Persönlichkeitsstörung können dazu führen, dass der Wunsch nach Unabhängigkeit größer ist als der Wunsch nach einer Partnerschaft. Dann verursacht die fehlende Beziehung zwar keinen unmittelbaren Leidensdruck, die Chance im Rahmen einer Beziehung soziale Kontakte zu führen bleibt ungenutzt. Die soziale Isolation wird größer.

Andere Betroffene wünschen sich eine Beziehung und leiden darunter, dass ihre schizoiden Besonderheiten eine Partnerschaft erschweren. Das kann zu starkem Leidensdruck und starken Einsamkeitsgefühlen führen.

Betroffene mit Beziehungserfahrungen

Viele Betroffene führen zwar kaum Freundschaften, gehen aber durchaus Partnerschaften ein. Diese halten manchmal lange Zeit, werden aber oft durch die schizoide Persönlichkeitsstruktur mitgeprägt.

So halten viele schizoide Menschen in der Beziehung Distanz zum Partner, bevorzugen Fern-Beziehungen oder getrennte Wohnungen. In gemeinsamen Wohnungen schaffen sich sich oft Rückzugsorte (z. B. Arbeitszimmer, Hobbykeller), in die sie sich stundenlang zurückziehen. Dieses Distanzbedürfnis kann auf den Partner verletzend wirken, als Desinteresse missverstanden werden.

Ähnlich belastend können in einer Beziehung die geringe emotionale Tiefe bzw. die Schwierigkeiten mit dem Zeigen von Gefühlen werden. In Verbindung mit den oben genannten Rückzugstendenzen leiden viele Partner von schizoiden Menschen unter dem Gefühl, nicht geliebt zu werden. Das Teilsymptom des nur geringen Interesses an sexuellen Kontakten kann dieses Gefühl beim Partner noch verstärken, häufige Konflikte und letztlich die Trennung können folgen.

Gegenseitige Einsicht in Gefühle und Bedürfnisse entlastet die Partnerschaft

Entlastung kann hier die Einsicht in die voneinander abweichenden Bedürfnisse bringen. Der Betroffene kann Verständnis für das Bedürfnis nach Nähe entwickeln, der Partner Verständnis für das Bedürfnis nach Distanz und für die geringe emotionale Tiefe. So wird beiden Partnern deutlich, dass das Verhalten des Anderen unterschiedlichen Bedürfnissen entspricht. Und eben nicht den Wert der Beziehung beeinträchtigt oder gar bösartig verletzend gemeint ist.

Innerhalb gewisser Grenzen können dann beide Partner lernen, den Bedürfnissen des Anderen ein wenig entgegen zu kommen. Dies kann eine erhebliche Entlastung für die Beziehung und die beiden Partner bedeuten. Dieses Entgegenkommen darf aber nicht übertrieben werden: Intensive Liebesbekundungen, hinter denen keine Gefühle stecken, wirken nicht entlastend, sondern hölzern und unehrlich. Und Nähe, zu der man sich überwinden muss, wird der Partner ebenfalls nicht geniessen können, von der Belastung für den Betroffenen ganz abgesehen. Im Zweifel müssen beide Partner entscheiden, ob sie mit diesen Besonderheiten leben können oder die Beziehung beenden.

Zur subjektiven Bedeutung von Partnerschaft und Liebe

Trotz des Distanzbedürfnis und des reduzierten Gefühlsausdrucks kann eine lange bestehende Partnerschaft für einen schizoiden Menschen eine große, oft sogar unangemessen große Bedeutung haben: Wer keine Freundschaften führt und Kontakte zu anderen Menschen nur über seinen Partner hat, für den wird der Partner zur letzten Brücke zur Außenwelt. Bricht diese, droht weitgehende soziale Isolation. Diese hohe Bedeutung kann die Beziehung belasten. Sie kann Druck auf den schizoiden Menschen und auf den Partner ausüben, der bis in die gegenseitige Abhängigkeit führen kann.

Gefahr der Co-Abhängigkeit

So entstehen ggf. Phänomene, die einer Co-Abhängigkeit ähneln. Z. B. dann, wenn der Partner dem Betroffenen alle mit sozialen Kontakten verbundenen Aktivitäten abnimmt (z. B. Einkäufe). Der Betroffene erfährt so zwar kurzfristig eine Entlastung, die soziale Isolation verstärkt sich. Über mehrere Jahre kann sich dann die Fähigkeit des schizoiden Menschen zur selbständigen Lebensgestaltung verringern.

In der Regel ergeben sich solche Entwicklungen schleichend, der Partner ist motiviert durch den Wunsch, den Betroffenen im Alltag zu entlasten. Es gibt auch Fälle in denen solche Abhängigkeiten (halb)bewusst geschaffen werden. Zerbricht eine Beziehung mit einer derart überhöhten Bedeutung, droht eine tiefe Krise. Die Situation kann eskalieren, es kann zu Suiziddrohungen/-handlungen und Stalking bis hin zu gewalttätigen Übergriffen kommen.

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