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Informationen und Beratung zur
schizoiden Persönlichkeitsstörung

Psychische Folgen der schizoiden Persönlichkeitsstörung


Eine schizoide Persönlichkeitsstörung kann zu weiteren psychischen Störungen wie z. B. Depression oder Angststörung führen.

Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist mit so erheblichen Belastungen verbunden, dass sie mittelfristig oft starke Folgeprobleme auslöst. Zum einen führen die Symptome zu psychosozialen Folgen in der Alltagsbewältigung, im Berufsleben, in der Partnerschaft und in der Gestaltung von Freundschaften. Diese habe ich jeweils in einem eigenen Text dargestellt. Zum anderen lösen die Symptome oft die im vorliegenden Text dargestellten zusätzlichen psychische Störungen aus.

Depression

Der Leidensdruck, der sich aus der Störung und ihren Folgen im Alltag ergibt, kann mittelfristig zu einer tiefen psychischen Niedergeschlagenheit, also zu einer Depression führen: Das Bewusstsein anders zu sein, die weitgehende soziale Isolation, Probleme am Arbeitsplatz, Konflikte in der Partnerschaft (sofern vorhanden) führen zu starken Selbstzweifeln, Zukunftsängsten und Schuldgefühlen. Die Depression kann dabei so stark werden, dass die Energie für eine aktive Lebensgestaltung verloren geht, dass sogar eine akute Suizidgefahr entsteht.

Bei einer solchen Entwicklung ist eine Heilbehandlung, typischer Weise mit Psychotherapie und/oder einem Medikament (Antidepressivum), oft unverzichtbar.

Ängste/ Angststörung

Neben Depressionen entwickeln viele schizoide Menschen auch Angststörungen. Angst ist eigentlich ein hilfreiches Gefühl ist, dass uns hilft Bedrohungssituationen zu erkennen und zu bewältigen. Bei einer Angststörung lösen aber auch harmlose Bedrohungssituationen unangemessen intensive Angstreaktionen aus, die Fähigkeit zur Lebensgestaltung kann dann erheblich eingeschränkt werden. Im Extremfall wird die Angst so groß, dass der Betroffene seine Wohnung nicht mehr verlassen kann.

Für schizoide Menschen sind folgende Angststörungen typisch:

  • Am häufigsten ist wohl die soziale Phobie: Die Angst in sozialen Situationen im Mittelpunkt zu stehen, sich peinlich oder beschämend zu verhalten. Mitauslösend ist dabei die Neigung schizoider Menschen, soziale Situationen zu vermeiden, was mittelfristig zu geringen Erfahrung und Kompetenzen in solchen Situationen führt. Die Betroffenen sammeln negative Erfahrungen, entwickeln Versagensängste und Schamgefühle. Die Tendenz zur Vermeidung sozialer SItuationen verstärkt sich, es entsteht ein Teufelskreis.
  • Agoraphobie: Die Angst vor Menschenmengen, großen Plätzen, Reisen usw., wobei im Vergleich zur Sozialphobie weniger das Schamgefühl im Vordergrund steht als vielmehr die Sorge, sich in einer Bedrohungssituation nicht schnell genug in Sicherheit bringen zu können.
  • Bei sogenannten Panikattacken reagieren Betroffene auf eine geringe oder sogar ohne jede Bedrohung mit extremen Angstsymptomen, wie z. B. Herzrasen, Atemnot, Zittern, die Sorge Verrückt zu werden oder zu sterben. Panikattacken sind eine sehr unangenehme Erfahrung, die die Betroffenen möglichst nicht wiederholen möchten. So kann eine "Angst vor der Angst" entstehen, diese dann weitere Panikattacken auslösen. Auch hier entsteht ein Teufelskreis.
  • Bei der generalisierte Angststörung kreist die Angst nicht um eine, sondern um immer wieder andere Sorgen, oft ohne konkreten Anlass. Diese Ängste wechseln z. B. zwischen Gesundheit, Finanzen, Beruf und Beziehungen, können über Wochen oder Monate zum nahezu ständigen Begleiter werden.

Auch bei einer Angststörung ist eine Heilbehandlung, typischer Weise mit Psychotherapie und/oder einem angstlösenden Medikament, oft unverzichtbar.

Derealisation und Depersonalisation

Die ständige Belastung durch die schizoide Persönlichkeitsstörung sowie durch ihre verschiedenen Folgen, insbesondere die mehr oder weniger weitgehende soziale Isolation, können zu so genannten Entfremdungserlebnissen führen. Dabei werden zwei Varianten unterschieden:

  • Bei der Derealisation nimmt der Betroffene seine Umwelt als fremdartig und unwirklich wahr. Andere Menschen und Objekte können z. B. roboterhaft, künstlich, zu klein oder zu groß, farblos oder leblos erscheinen.
  • Bei der Depersonalisation beziehen sich Gefühle von Fremdartigkeit und Unwirklichkeit dagegen auf die eigene Person. Dieses Phänomen kann sich auf den Körper, Gefühle und Gedanken erstrecken, sie können als verändert, nicht zu-sich-gehörig, leblos oder unwirklich erlebt werden.

Beiden Varianten gemeinsam ist die Einsicht der Betroffenen, dass die Umwelt bzw. sie selbst nicht durch äußere Einflüsse verändert wurden, sondern dass die Veränderungen nur in der subjektiven Wahrnehmung vorhanden sind. Das Entfremdungserleben ist Folgesymptom der aus der schizoiden Persönlichkeitsstörung resultierenden Belastungen und werden nur selten zum Kernthema einer Heilbehandlung. Obwohl sie häufig nur kurzzeitig auftreten (wenige Sekunden/ Minuten), können sie beim Betroffenen große Angst davor auslösen, nun den Verstand zu verlieren.

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